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19.03.2012 | Stephanus-Stiftung

Türkische Regierungsdelegation zu Gast in Weißensee

Fachleute suchten Erfahrungen und Informationen über die soziale Kultur in Deutschland

Eine Regierungsdelegation des türkischen Ministeriums für Familien und Soziales besuchte am 11. März 2012 die Stephanus-Stiftung in Berlin Weißensee.  Die sieben türkischen Fachleute wollten wissen: Wie ist die Unterstützung und Förderung älterer Menschen sowie von Menschen mit Behinderungen in Deutschland organisiert und wie wird sie finanziert. Die mitgereisten Architekten und Bauingenieure interessierten sich besonders für die praktischen Lösungen in barrierefreien Wohngebäuden.

Pastor Torsten Silberbach, Vorstandsvorsitzender der Stephanus-Stiftung, erläuterte den Gästen einige gesetzliche Grundlagen und das Selbstverständnis, mit dem in der Stephanus-Stiftung und ihren Tochtergesellschaften soziale Dienstleistungen erbracht werden: Jeder Mensch ist einzigartig. Er ist in seiner Verschiedenheit von Gott gewollt, unabhängig von seinem Leistungsvermögen. Seine Würde ist unantastbar.

Am Beispiel der Berliner Heimmindestbauverordnung erläuterte der Architekt Thoma Fashar einige zu erfüllenden Grundvoraussetzungen, die bei Konzeption und Bau von Wohn- und Serviceeinrichtungen einzuhalten sind. Dabei betonte er, dass die Standards in den neueren Gebäuden der Stiftung meist über den geforderten Mindeststandards liegen. Im Verlauf des Gespräches wurde deutlich, dass es in der Türkei einen großen Bedarf an fachlichen Informationen zum Thema gibt.

Zwar gehört die Türkei zu den Ländern, die das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-bRK) unterzeichnet und ratifiziert haben. Jedoch sei  es noch ein langer Weg, bis das Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch im Bewusstsein der türkischen Gesellschaft verinnerlicht ist, erzählten die Gäste. Dies aber sei die Voraussetzung, dass die Barrieren auch im öffentlichen Leben abgebaut und künftig vermieden werden. Die aktuelle türkische Sozialgesetzgebung geht bislang noch davon aus, dass Menschen mit Behinderungen Schutz benötigen, nicht jedoch, dass sie Rechte haben.
 


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